Habe mir eben die Mittagspause mit dem Buch
30 Minuten für Feng Shui am Arbeitsplatz von Helga Vesper und Christian Zielke vertrieben. Hier folgt eine Kurzeinschätzung in 3 Minuten.
Und in der Tat, 30 Minuten kommt für das Buch ganz gut hin. Es liest sich schnell, locker und es ist sehr übersichtlich. Entsprechend kann es nur an der Oberfläche krazten, dafür wird einem aber einiges geboten.
1. Zauberformel oder fauler Zauber
Zunächst erklären die Autoren, dass Feng Shui eine jahrtausendealte Lehre aus china ist, die das Zuhause, die Geschäftsräume, das Unternehmen und das ganze Leben verbessern kann. Klingt gut.
Dann wird eine Übung vorgestellt, mit der man den Fokus auf seine Umgebung richten kann. Mir ist dadurch erst aufgefallen, wie viele spitze und eckige Gegenstände hier im Büro so rumstehen.
Die anschließende “Übung”, das Büro zu entrümpeln, habe ich dann mal übersprungen – das geben 30 Minuten sicher nicht her.
2. Nutzen Sie die Kraft Ihres Elements
Jetzt geht’s an’s Eingemachte. Es werden die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser vorgestellt, deren assoziierte Farben, Formen, Zahlen, positive und negative Eigenschaften sowie mögliche Berufe beschrieben. Diese Elemente hängen miteinander zusammen und bilden Kreisläufe. Aus Wasser entsteht Holz, woraus Feuer entsteht, wobei Erde sich negativ auf Wasser auswirkt, usw. In einer Jahrestabelle kann man nachlesen, welches Element welchem Geburtsjahr generell zugeordnet wird. Mein Element ist also Wasser, also fühle ich mich in der Nähe von Wasser wohl (was man von Hamburg wohl sagen kann). Ob mir die Farbe Blau gefällt, naja, siehe das Farbschema dieser Webseite. Eigentlich mag ich aber lieber Rot. Ich sollte mir silberne Metallgegenstände für’s Büro besorgen, z.B. einen runden metallenen Briefbeschwerer. Käme ich nie selbst drauf, aber schlecht finde ich das auch nicht. Ob es daneben weitere Faktoren gibt, oder ob das eigene Element definitiv nur am Geburtsjahr hängt, das weiß ich nun nicht.
3. Orientieren Sie sich an Ihrer guten Richtung
Es gibt also zwei grundsätzlich verschiedene “Richtungstypen” die sich aus der persönlichen “Kua-Zahl” ergeben. Diese ist wieder anhand des Geburtstags in einer Liste ablesbar. Meine Zahl ist also 8, meine “günstigen Richtungen” sind folglich NO, SW, W, NW. Entsprechend sollte ich mein Büro und Schreibtisch ausrichten. Die Richtung unterteilt sich dann noch mal in “Friede, Vitalität, Himmlischer Arzt, Langlebigkeit”.
4. Fördern Sie Ihre Lebensbereiche
Das “Bagua” bedeutet die Aufteilung des Raumes in 8 Bereiche (Himmelsrichtungen + Mitte). Die einzelnen Ecken sind Eigenschaften zugeordnet (z.b.: NO = Wissen, Gelb; S = Ruhm, Feuer, Rot). Den Norden (=Karriere) dient der Mitarbeitermotivation und Flow. Wenn man das ungünstig gestaltet, soll es zur Stagnation im Unternehmen kommen können. Durch entsprechende Gestaltung der Räume kann man die Bereiche “Reichtum, Ruhm, Vorgesetztenverhältnis, Wissen, Karriere, Kunden und Kreativität” verbessern.
5. Nutzen Sie die Energien im Raum
Die Energie im Raum wird gefördert durch Licht, Sauberkeit, Ordnung, abegrundete Ecken und geschwungene Wege. Gestört wird sie durch Disharmonie, Lärm, Pessimismus, Sturm, Elektrizität, Bodenverseuchung, Ecken und Kanten. Umgelenkt werden können energien durch Spiegel. Wenn die Toilette an einer ungünstigen Stelle liegt, reicht offenbar ein verspiegeltes WC-Schild… Naaaja.
Der zweite Teil des Kapitels, mit praktischen Ratschlägen, liest sich überzeugender: Der beste Arbeitsplatz hat den Rücken zur Wand und idealerweise auch Wände an den Seiten. Plfanzen sind immer gut (außer stachelige zu nahe), z.B. die Arecapalme. Man soll auf Farben, Klangspiele, abgerundete Formen und gewundene Wege achten.
6. Optimieren Sie Ihren Arbeitsplatz
Das letzte Kapitel ist gefüllt mit praktischen Ratschlägen und Zusammenfassungen der vorhergehenden Kapitel (wenn man nur 5 Minuten hat: hier lesen).
Also: feste Wand im Rücken, Tür und Fenster im Blick haben, in die eigene optimale Himmelsrichtung schauen, sein Element im Raum haben, etwas Stärkendes im Rücken haben (z.B. die Farbe seines Elements) und einen sauberen, leeren Schreibtisch haben.
Abgerundet wird dies mit einem kleinen Fallbeispiel und der persönlichen Feng Shui Checkliste.
Fazit
Eine nette kleine Einführung, die sich lohnt, wenn man die Mittagspause sinnvoll verbringen will. Es wurden definitiv mehr als 30 Minuten in das Schreiben des Buches investiert und das merkt man.
Bleibt zu sagen, dass das Buch von einer “vom Berufsverband für Feng Shui und Geomantie e.V” anerkannt ausgebildeten Feng Shui Beraterin geschrieben ist. Schön auch, dass der Mitautor “Feng Shui während seiner Beratertätigkeit in Hongkong kennen- und schätzen gelernt” hat. Vermisst habe ich aber einen chinesischen Namen, wenigstens in der Danksagung. Von daher sind die Inhalte im Groben sicherlich richtig, hinsichtlich der Details verliert es für mich ein wenig an Glaubwürdigkeit. Außerdem maße ich mir an behaupten zu können, welcher Teil des Buches von welchem Autor hauptsächlich verfasst wurde.
Aber bei aller Interkulturalität stünde ich eben auch einem chinesischen Bierbrauer zunächst skeptisch gegenüber, obwohl er wie jeder andere der Meisterbrauer vor dem Herrn sein könnte…